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Die einfachsten und trockensten Themen können vielseitig und spannend dargestellt werden, wenn sie durch animierte Videos anstatt durch die üblichen PowerPoint-Präsentationen vermittelt werden. Das Tool PowToon kann Sie dabei unterstützen. Sie können mithilfe des Tools aus dynamischen Zeichen und Bildern, verschiedensten Funktionen, Vorlagen und aktiven Textsequenzen eine etwas andere Präsentation zaubern. Darüber hinaus können die fertigen Projekte bei YouTube hochgeladen oder in diversen sozialen Netzwerken geteilt werden. Sie brauchen sich dazu nur bei PowToon anzumelden.

Die Anwendung ist mit ihren vielen Einstellmöglichkeiten als eher schwieriges Tool einzustufen. Eine gründliche Einführung durch die Lehrperson ist deshalb wichtig. Die Macherinnen und Macher hinter PowToon tragen diesem Fakt Rechnung, indem sie viele nützliche Hinweise und animierte Tutorials (leider nur auf Englisch) zur Verfügung stellen. Zudem erleichtern die vielen Vorlagen das Erstellen der Videoclips.

Aus diesen Gründen würde ich dieses Tool technikaffinen, eher stärkeren Klassen oder interessierten Lehrpersonen empfehlen.

Wer schon einmal Videos bearbeitet hat, weiss, wie wichtig ein genügend grosser Bildschirm ist. Aus diesem Grund empfehle ich zum Erstellen von Videos mit PowToon den Computer oder den Laptop als Arbeitsgerät.

A Funktionen

Die Funktionen von PowToon sind vielfältig und umfangreich. Dementsprechend ausgedehnt fällt die Erklärung aus. Gerade zum Einstieg in das Tool lohnt es sich, die Erklärungen Schritt für Schritt am Computer nachzuvollziehen.

Anmeldung

Um PowToon nutzen zu können, muss ein Benutzerkonto erstellt werden. Auf der Startseite befindet sich oben rechts der Button «Sign up». Es werden vier Optionen zur Anmeldung angeboten: Neben einem eigenen Login für PowToon, welches aus Name, E-Mail-Adresse und Passwort besteht, hat man die Möglichkeit sich mit dem Google-Konto, Facebook oder Linkedin anzumelden. Bei bestehendem Login gelangt man über den «Login»-Button, der sich ebenfalls auf der Startseite befindet, zum Startbildschirm.

Startbildschirm

Der Startbildschirm ist bei PowToon in zwei Teile gegliedert. Der obere Abschnitt ist der Creat (Erschaffen)-Bereich. Hier dreht sich alles ums Erschaffen von neuen Clips. Es stehen drei verschiedene Creat-Optionen zur Auswahl, je nach Know-how der Nutzerinnen und Nutzer.

Stufe 1: Die «Start from scratch»-Option ist für alljenige, die das Prinzip von PowToon beherrschen und bereits klare Vorstellungen von ihrem Clip haben.

Stufe 2: Die «Build your story scene by scene«-Option eignet sich für diejenigen, welche bereits eine Geschichte für einen Clip im Kopf haben, aber noch Unterstützung in Form von vorgegebenen Folien brauchen, um ihr Projekt umzusetzen.

Stufe 3: Die «Customize a popular template»-Option ist die Einsteigerstufe. Hier hat PowToon bereits 90 Prozent der Arbeit erledigt. Als Nutzerin oder Nutzer muss ich nur noch einen vorgefertigten Videoclip aussuchen und diesen mit wenig Aufwand personalisieren. Um die geeignete Vorlage für sich zu finden, hat PowToon verschiedene Kategorien mit passenden Clips erstellt.

Ebenfalls im Creat-Bereich findet sich auf der rechten Seite der «Remember before you start»-Bereich mit grundlegenden Video-Tipps rund um das Erstellen von PowToon-Clips. Es lohnt sich, mit den Lernenden diese Punkte gründlich anzuschauen. Auch während der Arbeit an den Clips empfiehlt sich ein gelegentlicher Blick in diesen Bereich. Die Arbeit fällt einem im Anschluss wesentlich leichter.

Der zweite Bereich des Startbildschirms besteht aus dem «My Powtoons»-Bereich. Hier findet man eine Bibliothek mit allen selbst erstellten Clips. In diesem Bereich können die Clips weiterbearbeitet, gelöscht, kopiert oder exportiert werden.

Erste Schritte mit PowToon

Es gibt bekanntlich viele Wege, die nach Rom führen. Genauso verhält es sich beim Erstellen von PowToon-Clips. Es gibt verschiede Optionen und Vorgehensweisen. Die hier vorgestellten sieben Schritte sind lediglich ein Vorschlag des Autors. Die Beschreibungen basieren auf der oben erwähnten Einsteigerstufe drei, also der «Customize a popular template»-Option.

1. Vorlagen auswählen: Zu Beginn gelangt man zur Vorlagen-Übersichtsseite. Um schneller die geeignete Vorlage zu finden, stehen drei Kategorien (Work, Education, Personal) zur Auswahl. Diese sind wiederum in Unterkategorien gegliedert. Die vorgeschlagenen Vorlagen können vor der Benutzung als Preview (Vorschau) angeschaut werden. Achtung: Einige der Vorlagen sind mit BIZ (Business) oder PRO gekennzeichnet. Diese Vorlagen können im kostenlosen Accounts zwar verwendet werden, aber man kann sie später nicht veröffentlichen. Ist die Wahl getroffen, klickt man den Button «use».

2. Tutorials schauen: Nachdem der Clip geladen wurde, gelangt man das erste Mal auf die Arbeitsoberfläche von PowToon. Eine Vielzahl an Elementen und Werkzeugen führen schnell zur Überforderung. An dieser Stelle empfehle ich zunächst die integrierten «Tutorials» zu konsultieren, um die Bedienoberfläche und andere Programmspezifikationen kennenzulernen. Die interaktiven Tutorials finden sich im oberen linken Bildrand unter dem Menüpunkt «?» (Get Help). Die Tutorials sind ausschliesslich in Englisch, aber einfach zu verstehen.

3. Titel vergeben: Damit der Clip später einfacher wiedergefunden werden kann, soll schon zu Beginn ein Titel definiert werden. Die Eingabezeile für den Titel befindet sich in der oberen Bildhälfte, gleich neben dem «Get Help»-Button. Achtung: Nicht vergessen regelmässig abzuspeichern.

4. Gestaltung der Präsentation wählen: Mit der Look-Funktion, die sich oben rechts im Bildschirm findet, lässt sich das Erscheinungsbild des Clips verändern. Je nach Einsatzzweck stehen einem verschiedene Modi zur Auswahl, von eher nüchtern bis verspielt.

5. Werkzeuge zum Anpassen der Vorlage: Nun kann die Bearbeitung der Vorlage losgehen. Dazu wird eine ganze Palette an Werkzeugen bereitgestellt. Diese befinden sich am linken Bildrand.

Layouts: Unter «Layouts» stellt PowToon weitere Vorlagen bereit, um bestehende Folien zu ersetzen oder zu erweitern. Die Vorlagen sind wiederum in Kategorien unterteilt, was die Orientierung erleichtert.

Background: Der Hintergrund der Vorlagen kann verändert werden. Dabei stehen verschiedene Farben, Motive, Texturen und animierte Hintergründe zur Auswahl. Ist der passende Hintergrund nicht vorhanden, so kann über den «Upload background»-Button ein eigenes Motiv hochgeladen werden.

Text: Die Textfelder auf den Folien können durch Anklicken bearbeitet werden. Zusätzliche Textfelder, Überschriften, Infografiksymbole oder Sprechblasen können mühelos integriert werden.

Character: Characters (Figuren) hauchen einer Präsentation Leben ein. In der kostenlosen Nutzung stehen einem eine beschränkte Anzahl an Figuren zur Verfügung. Pro Figur kann jeweils noch die passende Stimmungslage ausgewählt werden. Ist die passende Figur gewählt, kann diese per Drag and Drop in die Folie eingefügt und in der Grösse angepasst werden.

Objects: Unter diesem Menu können diverse Objekte und Formen ausgewählt und eingefügt werden. Tipp: Objekte, die in der Vorlage mit PRO markiert sind, lassen sich durch ähnliche Formen in der kostenlosen Ausgabe ersetzen.

Specials: Mit dem Werkzeug «Specials» lassen sich Objekte und Figuren zu besonderen Anlässen auswählen. Es finden sich Politiker, Sportlerinnen und besondere Symbole in der Auswahl. Da PowToon ein amerikanisches Produkt ist, finden Sie unter diesem Menu ausschliesslich Objekte aus diesem Kulturkreis.

Graphs: Beim Graphs (Grafiken) stehen drei Optionen bereit. Man kann zum einen dynamische Grafiken einfügen. Diese lassen sich per Eingabefeld verändern (symbolisiert durch einen Stift) und so optimal an die Bedürfnisse anpassen. Dann gibt es noch die unveränderten und die animierten Grafiken. Diesen sind in allen bekannten Formen zu haben.

Sound: Eine Präsentation lebt zu einem guten Stück von der Musik. Mit diesem Werkzeug stehen vier Optionen zur Auswahl. Unter «sound track» und «voiceover track» kann mit integriertem Aufnahmegerät die eigene Stimme aufgezeichnet werden oder ein bestehendes Audiofile, beispielsweise ein Interviewmitschnitt, hochgeladen werden. Zudem stellt PowToon eine gut sortierte Musikbibliothek mit verschiedensten Musikstücken zur Verfügung. Achtung beim Hochladen von Musik, diese ist oft durch das Copyright geschützt und darf nicht ohne Weiteres verwendet werden, besonders, wenn die Clips auf YouTube hochgeladen werden. Mit der Funktion «voiceover per silde» kann jede Folie des Clips in Echtzeit vertont werden. Möchte man den Clip noch professioneller vertonen, kann man sich unter der Funktion «professional voiceover» kostenpflichtige Aufnahmen von professionellen Synchronsprecherinnen und -sprechern anfertigen lassen.

Images: Neben Bilderrahmen können mit diesem Werkzeug eigene Bilder hochgeladen und in die Folie integriert werden. Dies ist praktisch, um einen Clip zu personalisieren.

6. Timeline: Mit der Timeline (Zeitstrahl) lässt sich die Animation auf die Sekunde genau steuern. Hier kann gesteuert werden, wann welches Element im Clip erscheint oder verschwindet. Der rote Pfeil zeigt an, wo der Clip steht. Es braucht etwas Übung bis man den Dreh raushat. Die eingangs erwähnten «Tutorials» helfen weiter. Hat man das Prinzip aber verstanden, lässt sich der Clip über diese Funktion leicht orchestrieren.

7. Folien und Übergänge: Auf der linken Seite der Arbeitsplattform sind alle verwendeten Folien als Übersicht zu sehen. An dieser Stelle lassen sich die Folien mit einem Klick auf die drei Punkte in der Reihenfolge verschieben, löschen, kopieren oder erweitern. Zusätzlich kann durch den Klick zwischen den Folien der Übergang von Folie zu Folie gesteuert werden.

PowToon-Clips exportieren

Ist der Clip fertiggestellt und gespeichert, lässt er sich auf verschiedene Arten und Weisen exportieren. Zunächst erscheint der Clip unter «My Powtoons» in meiner persönlichen Bibliothek. Von hier aus kann ich den Clip jederzeit bearbeiten und verwalten. Der Clip kann auf verschiedene Partnerplattformen hochgeladen («Upload to») werden. Diese Funktion steht nur zur Verfügung, wenn keine PRO- oder BIZ-Vorlagen verwendet wurden. Ansonsten müsste ein Upgrade gemacht werden. Das Herunterladen des Clips als MP4-Datei steht in der kostenlosen Version nicht zur Auswahl. Dafür kann der Clip als PowerPoint-Foliensatz oder PDF-Datei heruntergeladen werden. Dies bietet sich für Präsentationen an. Geteilt («Share with») werden kann der Clip über Google+, Twitter, Linkedin oder per E-Mail. Falls gewünscht, kann der Clip als Embed Code in eine bestehende Lernplattform integriert werden.

B Anwendungsmöglichkeiten

Präsentationen → Ein spezifisches Thema kann mit einem PowToon-Clip vorgestellt oder ergänzt werden. Das bringt Abwechslung und Schwung in die Präsentationslandschaft.

Gruppenaufträge → Jede Gruppe erarbeitet ein Teilgebiet zu einem Thema und stellt seine Ergebnisse als Clip vor.

Wissensvermittlung → Die Lehrperson oder Lernende stellen zu verschiedenen Themengebieten kurze Infoclips her, welche das Thema ergänzen oder zusammenfassen.

Angewandter Informatikunterricht → Die Benutzung von PowToon setzt einige ICT-Skills, wie beispielsweise das Exportieren/Importieren von Dateien, voraus. Durch die Arbeit mit PowToon werden diese vertieft.

Clip Puzzle → Ein bestehender Clip wird von der Lehrperson vorgängig verfremdet (Reihenfolge der Folien ändern, Begriffe falsch ausschreiben usw.). Die Lernenden sollen nun im Team oder in Einzelarbeit mithilfe ihres Wissens den Clip wieder korrekt zusammenstellen.

«Sprache und Kommunikation» → Ein Clip kann ohne Ton abgespielt werden. Die Lernenden müssen den Clip passend vertonen. Das Erarbeiten eines Storyboards bietet sich zum Beispiel im Bereich «Sprache und Kommunikation» an.